Workshop zur Kriteriendiskussion
Bewertungskriterien des Rankings – Dialog 2009
Hintergrund
Am 23. März 2009 fand im GTZ-Haus in Berlin ein vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und „future – verantwortung unternehmen“ organisierter Workshop zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Großunternehmen statt.
Mit 31 Fachleuten aus berichterstattenden Unternehmen, Politik und Gesellschaft wurde in einer zweiten Runde der Kriterienentwurf für das diesjährige Ranking der Nachhaltigkeitsberichte deutscher Großunternehmen diskutiert. Das IÖW/future-Ranking bewertet seit 15 Jahren die Qualität und Glaubwürdigkeit gesellschaftsbezogener Unternehmensberichterstattung und wird in diesem Jahr vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) unterstützt.
Einführung
In ihren Begrüßungsreden beschrieben Marlehn Thieme als Vertreterin des RNE und Sabine Baun als Vertreterin des BMAS Vertrauen in das verantwortungsvolle Unternehmenshandeln als eine wesentliche Basis für den Unternehmenserfolg – gerade in krisenhaften Zeiten, wie sie sich aktuell zeigten. Transparente und glaubwürdige Berichterstattung, die sich am Informationsbedürfnis breiter gesellschaftlicher Gruppierungen orientiert und die sozialen und ökologischen Aspekte der unternehmerischen Geschäftstätigkeit sowie die Konsequenzen für die langfristige Aufstellung des Unternehmens erläutert, habe eine herausragende Bedeutung für den Aufbau von Vertrauen. Unterstützt würde dies durch eine unabhängige vergleichende Bewertung dieser gesellschaftsbezogenen Berichterstattung. Das IÖW/future-Ranking leiste diese Bewertung und erhöhe hierüber die Sichtbarkeit guter Beispiele verantwortlichen Unternehmenshandelns und gesellschaftsbezogener Berichterstattung. In diesem Sinne stärke es auch den Nutzen der Berichte für die Unternehmen. Beide Unterstützerinnen des Rankings begrüßten insbesondere die diesjährige Ausweitung der Bewertung auch auf den deutschen Mittelstand, um deren Leistungen in der Breite erfahrbar zu machen.
Marlehn Thieme betonte zum einen den Zusammenhang zwischen Vertrauen und Regulierung: „Je größer das gegenseitige Vertrauen, desto größer kann der rechtsfreie Raum sein.“ Sie verwies weiterhin darauf, dass für den Aufbau von Vertrauen und die Überwindung der aktuellen Krise nur diejenigen Ansätze und Strategien zur Unternehmensführung erfolgversprechend seien, die auf die „langfristig gesunde und zukunftsträchtige Entwicklung des eigenen Unternehmens“ zielten. Im Begreifen der Krise als „Chance für eine grundlegende Neuorientierung unserer Art zu wirtschaften“ sah sie die gemeinsame Aufgabe darin, „mit diesem Konzept Überzeugungsarbeit zu leisten und den Beweis anzutreten, dass nur im nachhaltigen Wirtschaften die Zukunft liegt“.
Sabine Baun beschrieb die für die wirkungsvolle und erfolgreiche Umsetzung von Unternehmensverantwortung erforderlichen gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen als einen „Vierklang“ aus politischem, unternehmerischem, zivilgesellschaftlichem und wissenschaftlichem Engagement. Vor diesem Hintergrund stellte sie das stakeholderbasierte CSR-Forum als zentrale Aktivität vor, die das BMAS auf dem Weg der Entwicklung einer nationalen CSR-Strategie unternimmt. Sie erläuterte die gemeinsame Ausgangsbasis, die die Teilnehmenden der Auftaktsitzung dieses konsensorientierten Forums im Januar diskutiert haben, und gab einen Überblick über das weitere Vorgehen des BMAS zur Strategieentwicklung in diesem Themenfeld.
Überblick zum Ranking 2009
Udo Westermann von future gab einen Überblick über Hintergründe und Entwicklung des Rankings. Er beschrieb die Zielsetzungen, die mit der regelmäßigen Bewertung der Nachhaltigkeitsberichte deutscher Unternehmen verbunden sind, wie beispielsweise den Diskurs über Nachhaltigkeitsanforderungen an Unternehmen zu unterstützen, Unternehmen einen Orientierungsrahmen für die Informationsauswahl und –tiefe zu bieten, den Wettbewerb zwischen Nachhaltigkeitsberichten und schließlich Verbesserungen in der Berichterstattung anzuregen. Zentraler Punkt der Präsentation war zudem der Überblick über den Ablauf des Rankings 2009: die einzelnen Schritte im Projekt und der jeweilige Zeitrahmen.
- Präsentation von Udo Westermann (pdf)
Kriterienkatalog 2009
Jana Gebauer vom IÖW präsentierte anschließend die Dialogkonzeption zum Ranking 2009 sowie die bisherigen Ergebnisse. Der erste Entwurf des neuen Kriteriensets stand bereits im Februar in einem Online-Forum zur Diskussion. Extpertinnen und Experten der unterschiedlichen Akteursgruppen – Unternehmen und Unternehmensverbände, Politik und Verwaltung, Forschung, zivilgesellschaftliche Interessengruppen, Gewerkschaften – kommentierten sowohl die allgemeinen als auch die branchenspezifischen Kriterien. Die Kommentare wurden von den Ranking-BearbeiterInnen geprüft und fanden Eingang in einen zweiten Entwurf. Dieser wiederum war nun Gegenstand des Workshops im gtz-Haus.
- Präsentation von Jana Gebauer (pdf)
Themenforen
In vier Themenforen wurden die Anforderungen an die Berichterstattung, wie sie IÖW und future im zweiten Entwurf der grundlegenden Neubearbeitung ihrer Bewertungskriterien formulierten, diskutiert. Zu den Themenfeldern Soziale Verantwortung am Standort, Verantwortung für Produkte und Lieferketten, Nachhaltigkeitsstrategie und Unternehmensführung sowie Glaubwürdigkeit der Berichterstattung wurde jeweils für die Einzelkriterien die Richtung der Kommentierungen aus dem Online-Forum vorgestellt und erläutert, welche Überarbeitungen daraus entstanden sind. Die aktuelle Version wurde anschließend intensiv anhand von Fragen zum Kriterienverständnis, zur Anwendbarkeit und zu genauen Formulierungen diskutiert.
Übergeordnete Fragestellungen und Diskussionslinien
Einzelne Diskussionslinien ergaben sich in mehreren der Foren. Thematisiert wurden insbesondere folgende Fragen:
Internationalität
Diskutiert wurden insbesondere die Wesentlichkeit, Verfügbarkeit und Quantifizierbarkeit und auch Vergleichbarkeit von Informationen vor allem zu den internationalen Standorten. Hier bestehen nach wie vor große praktische Probleme für die Berichts- bzw. Nachhaltigkeitsverantwortlichen, die Informationen von den einzelnen Standorten zu erhalten und zu bewerten.
Verknüpfung von Performance- und Berichtsbewertung
Kriterien-Formulierungen wie „das Unternehmen stellt dar, dass…“ oder „anspruchsvolle Ziele“ wurden zum Teil als Vermischung von Leistungs- und Berichtsbewertung wahrgenommen. In diesem Zusammenhang wurde einerseits diskutiert, inwieweit ein Berichtsranking zur Glaubwürdigkeitsprüfung Nachhaltigkeitsleistungen wie beispielsweise den Abdeckungsgrad bei Umweltmanagementsystemen abfragen kann oder sogar muss. IÖW und future stellten dar, dass die Kriterien bewusst so formuliert seien, um mitzubewerten, ob aus den Berichten der Anspruch deutlich werde, das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen voran zu bringen und an einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Richtung Nachhaltigkeit zu arbeiten. Durch „anspruchsvolle Ziele“ oder „einen ambitionierten Abdeckungsgrad von Managementsystemen“ verdeutlicht das Unternehmen die Ernsthaftigkeit des Nachhaltigkeitsengagements. Anderseits wurde erörtert, welche Umformulierungen im Rahmen der weiteren Überarbeitung der Kriterien möglich und angemessen wären.
Erläuterungen zu den einzelnen Forderungen
Gerade in der unternehmensinternen Weitergabe der Informationsanforderungen von Rankings und Ratings an die zuständigen Fachabteilungen zeigt sich häufig, dass einzelne dahinter liegende Informationsbedürfnisse von Stakeholdern unklar oder verdeckt bleiben. Dies behindere die Informationssammlung, da insbesondere die Motivation zur Erfassung und Weitergabe der Informationen nicht geweckt würde. Als hilfreich und wirkungsvoll wird in den Diskussionen gesehen, nachvollziehbare Erläuterungen und Begründungen der Kriterienforderungen „mitzuliefern“.
Themenspezifische Fragestellungen/Diskussionslinien
In den unterschiedlichen Foren wurden folgende themenspezifische Punkte diskutiert:
Soziale Verantwortung am Standort
In diesem Forum stand die Verantwortung gegenüber den Beschäftigten an den nationalen und internationalen Unternehmensstandorten im Mittelpunkt. Der zentrale Diskussionspunkt war hier: Sind die Informationen zu allen – gerade allen internationalen – Standorten wesentlich und erfassbar? In der Diskussion entstand das Bild sehr anspruchsvoller, gleichwohl hoch relevanter Kriterien, die sich auf Kernforderungen nationaler wie internationaler Normen und Standards zur Wahrung der Mitarbeiterinteressen beziehen. Die Informationen zu den Standorten bzw. zum länderspezifischen Kontext sind daher wesentlich für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Dabei sollte in den Beispieldarstellungen zu Einzelkriterien insbesondere auf diejenigen Standorte oder Beschäftigtengruppen eingegangen werden, die besonders problematisch bzw. schutzbedürftig sind. Mangelnde Datenverfügbarkeit ist ein großes Problem gerade bei stark international aufgestellten Unternehmen – ihr sollte kontinuierlich entgegengewirkt werden: Zum einen müssten die Nachhaltigkeits-/ Berichtsverantwortlichen die Notwendigkeit der Informationen innerhalb des Unternehmens erläutern und vertreten. Sie sollten zudem stetig an den Standorten darum werben und dazu befähigen, die relevanten Informationen zu erfassen und zusammenzustellen. Schließlich sollte das Wissen der jeweiligen (zivilgesellschaftlichen) Organisationen vor Ort genutzt werden, um Informationen zum Umfeld zu erhalten (bspw. bei der Frage der Angemessenheit der Löhne und Gehälter). Insgesamt wurde jedoch klar, dass Aussagen zur Verantwortung gegenüber den Beschäftigten ganz bewusst nicht allein quantitativ, sondern häufig qualitativ erfolgen sollten.
Verantwortung für Produkte und Lieferketten
Das Forum Verantwortung für Produkte und Lieferketten fasste die sozialen und ökologischen Anforderungen an die Produktgestaltung und Produktpolitik einerseits und an den Umgang mit den Lieferanten andererseits zusammen. Insgesamt begrüßten die Teilnehmenden die Weiterentwicklung der hier diskutierten Kriterien gegenüber dem vorherigen Kriterienset. Entwicklungen und weitere Entwicklungsbedarfe einzelner Anforderungen wurden insbesondere für diejenigen Unternehmen diskutiert, die vornehmlich auf dem Business to Business-Markt agieren.
Herausgestellt wurde zudem die unterschiedliche Branchen-Relevanz verschiedener Kriterienforderungen und in den Kriterien genannter Beispiele wie des Datenschutzes oder des Product Carbon Footprints. Ähnlich wie (idealerweise) in den Unternehmen selbst wird auch im Rahmen des Rankings für die konkrete Berichtsbewertung die Relevanz der Anforderungen geprüft. Unternehmen werden neben ihren eigenen Zielen vor allem an Branchenstandards gemessen. Basis hierfür sind die Branchenpapiere und die branchenbezogenen Kriterienspezifikationen, die ebenfalls im Online-Forum diskutiert wurden und in Kürze auf der Ranking-Website zur Verfügung gestellt werden. Weiterhin ist durch mehrstufige Abstimmungsprozesse im Rahmen eines Ranking-Zyklus’ eine angemessen gewichtete Bewertung von Einzelforderungen und –beispielen über die Branchen hinweg gewährleistet.
Nachhaltigkeitsstrategie und Unternehmensführung
Ergänzt durch die Aspekte Zielformulierung und Leistungen im Unternehmensumfeld standen in diesem Forum vor allem die Fragen der nachhaltigkeitsorientierten und verantwortungsvollen Unternehmensführung im Mittelpunkt. In der Diskussion dieser Kriterien zeigte sich der Wert der Informationen zum Unternehmensprofil, die im Kriterienset als Pflichtangaben gedruckter Berichte gefordert sind. Die Herleitung der Nachhaltigkeitsstrategie kann nicht ohne den expliziten Bezug zum Was und Wo der Geschäftstätigkeit erfolgen: Soziale und ökologische Auswirkungen des Unternehmenshandelns, Chancen und Risiken für Wettbewerbsfähigkeit und Unternehmenserfolg, Handlungsfelder und Prioritäten ergeben sich spezifisch je nach Kerngeschäft und Region. Die Angaben zum Unternehmensprofil sollten daher nicht einfach abgearbeitet, sondern in den direkten Zusammenhang mit den Ausführungen zur strategischen Ausrichtung gestellt werden. Gleiches treffe auch auf die Darstellung der Ziele und Programme zu: Sie sollten nachvollziehbar aus der Nachhaltigkeitsstrategie und den wesentlichen Handlungsfeldern des Unternehmens, zudem aber auch von relevanten Benchmarks wie nationalen oder Branchenzielen hergeleitet werden. In diesem Sinne sind letztlich durch die Lesenden Ernsthaftigkeit und Anspruch, also die Ambitioniertheit des Engagements des Unternehmens bewertbar.
Insbesondere mit Blick auf die Managementsysteme und Stakeholder-Beziehungen, aber auch die regionale Verantwortung wurde zudem die Frage formuliert, welcher Grad an Detaillierung und Vollständigkeit in der Berichterstattung erforderlich sei. Es wurde deutlich, dass es vor allem darum gehen muss, die grundsätzliche Politik und Herangehensweise des Unternehmens als System oder Muster zu beschreiben und mit aussagekräftigen Beispielen zu illustrieren. Die Beispiele können aufgrund ihrer Repräsentativität für das Gesamtunternehmen oder aufgrund ihrer besonderen Relevanz und Wesentlichkeit gewählt und begründet werden. Ein weiterer Diskussionspunkt ergab sich bei der Frage der Rechtskonformität: Sinnvoll sei hier weniger die pauschale Bestätigung rechtskonformen Unternehmenshandelns, sondern vielmehr die Darstellung von Regeln, Strukturen und Prozessen zu dessen Gewährleistung zu fordern.
Die bereits im Online-Forum stark diskutierte Forderung gesellschaftlicher Akteure, zur erhöhten Steuertransparenz die Angaben zu gezahlten Steuern nach Ländern aufzuschlüsseln, wurde als relevantes, allerdings schwer einlösbares Informationsbedürfnis angesehen.
Glaubwürdigkeit der Berichterstattung
Die Glaubwürdigkeit eines Nachhaltigkeitsberichts zu bewerten, ohne die berichtete Unternehmensleistung zu prüfen, ist ein schwieriges Unterfangen. Im Kriterienset des Rankings werden daher Aspekte guter Berichterstattung benannt, die die Verlässlichkeit der Informationen anzeigen (z. B. explizite und substanzielle Aussagen der Unternehmensleitung zu Herausforderungen und Geleistetem, offene Ansprache der jeweils wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte, Abbilden des unternehmensweiten Grads an relevanten Auditierungen, Nachweis externer Bewertungen).
In der Diskussion wurde herausgestellt, dass externe Bewertungen sich nicht auf Berichts-Testate beschränken, deren Glaubwürdigkeitszugewinn für Berichte durch die Teilnehmenden als eher gering eingeschätzt wurde: In Berichten enthaltene und in Prüfungen hinterfragte quantitative Fakten würden ohnehin kaum angezweifelt. Allein das nicht vorhandene Testat eines Berichts führt somit auch nicht zu einer Abwertung in diesem Kriterium.
Unter dem Aspekt der Wesentlichkeit wurden die zum Teil sehr unterschiedlichen Vorstellungen von Vorstandsebene und Berichtsverantwortlichen und die Folgen eines „zu viel am Wesentlichen vorbei“ für die Bewertung thematisiert. Es wurde hierbei zunächst festgehalten, dass sich die Unternehmen bei der Wahl von Schwerpunktthemen die Sicht der Stakeholder vor Augen führen müssen. Eine Abwertung des Berichts im Rahmen des Rankings erfolgt dann, wenn große Teile des Berichts aus nicht wesentlichen Inhalten bestehen, während die wesentlichen Themen nicht angesprochen werden.
Auch die Darstellung der Zielerreichung im Berichtszeitraum wurde unter dem Aspekt Glaubwürdigkeit thematisiert. Festzuhalten blieben einzelne Dilemmata, die nicht zuletzt für eine mangelnde Fehlerkultur oder -toleranz auf Seiten aller Beteiligten (im Unternehmen, in den gesellschaftlichen Akteursgruppen, bei den Prüfenden) sprechen: Zunächst erhöht es zwar die Glaubwürdigkeit eines Berichts, wenn auch die Nichterreichung vormals gesteckter Ziele transparent gemacht und nachvollziehbar begründet wird – diese offene Darstellung von Schwachstellen kann allerdings auch dazu führen, dass sich die Ergebnisse des Unternehmens in Performance-Ratings verschlechtern. Weiterhin verbessert es die Umsetzungs- und Erfolgschancen einzelner Ziele, wenn sie breit im Unternehmen abgestimmt werden – dies reduziert jedoch unter Umständen die Zahl der Ziele und fördert eine Konzentration auf, gegenüber sozialen Anforderungen besser operationalisierbare, ökologische Ziele.
Schlussrunde
In einer abschließenden Runde wurden insbesondere die formal orientierten Ranking-Kriterien diskutiert. Einen Themenkomplex bildete hierbei die internetgestützte Berichterstattung. Es wurde zum einen präzisiert, dass der gedruckte Bericht und die nachhaltigkeitsbezogenen Internet-Seiten keine Eins zu Eins übertragbare, jedoch eine prinzipiell vergleichbare und in diesem Sinne beim Wechsel zwischen den Berichtsmedien schnell erschließbare Struktur aufweisen sollten.
Zudem wurde hervorgehoben, dass es sich bei den Aufzählungen zum Angebot zusätzlicher Informationen bei reinen Online-Berichten nicht um Pflichtangebote, sondern um Beispiele handelt, die den möglichen Mehrwert der Internetberichterstattung für den Dialog mit den LeserInnen illustrieren.
Weiterhin sollten Verweise auf zusätzliche Informationen so treffsicher wie möglich und dabei für das Unternehmen und die LeserInnen praktikabel erfolgen. Während die Angabe vollständiger URLs schnell unübersichtlich wirkt und wenig handhabbar ist, ist ein Verweis auf www.unternehmen.de in keinem Fall ausreichend. Geeignet sind hingegen Angaben von Links zu gut sortierten übergeordneten Themenseiten z. B. im Nachhaltigkeitsbereich, die ein spezifisches Unterthema schnell auffindbar anbieten, oder auch von Indizes, die dann gebündelt als Liste im Internet angeboten werden und direkt zur gewünschten Information verlinken.
Und schließlich: Während einzelne Anforderungen in den Kriterien zur kommunikativen Qualität spezifisch für reine Online-Berichte gelten, werden solche Berichte, die lediglich als PDF zum Download angeboten werden und keine Online-Berichte im eigentlichen Sinne darstellen, analog zu gedruckten Berichten bewertet. Dabei zielt das Ranking 2009 in erster Linie auf Berichte aus den Jahren 2008 und 2009, ggf. auch aus 2007; bei zwei- oder dreijährlicher Berichterstattung gehen Statusberichte als Aktualisierungen bspw. des Datenteils eines Vorjahresberichts mit diesem in die Bewertung ein, sofern sie als solche im Bericht angekündigt sind oder zusammen mit ihm angeboten werden.
Ausblick
Die Diskussionspunkte der Foren wurden im Einzelnen festgehalten und gehen in die weitere Überarbeitung des Kriterienentwurfs ein. In dieser letzten Überarbeitungsrunde wird das neue Kriterienset inklusive der genauen Bewertungsabstufungen (0, 1, 3 und 5 Punkte je Kriterium) fertig gestellt, das dann dem Ranking 2009 zugrunde liegen wird. Das Kriterienset steht hier zum Download zur Verfügung.



